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Erfahrungsbericht von Leopoldine T.

Erfahrungsbericht

Leopoldine T.

Geboren 1955, Brustkrebs im Alter von 40 Jahren diagnostiziert, ein Rezidiv mit 69 Jahren festgestellt

Im Jahr 1995 erhielt ich im Alter von 40 Jahren die Diagnose Brustkrebs. Mein Frauenarzt hatte mir zu einer Mammographie-Vorsorgeuntersuchung geraten. Dabei wurde leider ein 1,2 Zentimeter großer Tumor in meiner rechten Brust entdeckt. Er lag sehr versteckt im inneren Quadranten, sodass ich ihn selbst vermutlich noch lange Zeit nicht bemerkt hätte. Rückblickend bin ich daher sehr dankbar, dass die Erkrankung durch die Vorsorgeuntersuchung frühzeitig erkannt wurde.

Ende Oktober 1995 wurde ich operiert. Anschließend erhielt ich im AKH Wien eine Brachytherapie. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Bestrahlung von innen. Während der Operation wurden mir kleine Metallclips implantiert, die eine gezielte Bestrahlung des betroffenen Bereichs ermöglichten. Danach musste ich noch 25-mal zur äußeren Bestrahlung ins AKH Wien fahren. Eine Chemotherapie oder eine Antihormontherapie waren damals nicht notwendig.

Vor 30 Jahren war das Thema Krebs noch deutlich stärker tabuisiert als heute. Dennoch verspürte ich den Wunsch, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Ich erinnerte mich daran, dass in den Niederösterreichischen Nachrichten regelmäßig die Termine von Selbsthilfegruppen veröffentlicht wurden. Ich nahm meinen Mut zusammen, rief dort an und besuchte ein Treffen. Seit März 1996 bin ich Mitglied der Selbsthilfegruppe „Pinke Löwin“ – eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe.

Selbstverständlich nahm ich alle empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr. So auch im Juni 2024. Bei der Mammographie wurde diesmal in meiner linken Brust eine Auffälligkeit entdeckt. Ende August 2024 folgte erneut eine brusterhaltende Operation. Im Anschluss daran erhielt ich eine Strahlentherapie in Krems. Im Unterschied zu meiner ersten Erkrankung war diesmal zusätzlich eine Antihormontherapie erforderlich.

Bei beiden Erkrankungen blieb mir jedoch eine Chemotherapie erspart. Das betrachte ich als großes Glück im Unglück und dafür bin ich sehr dankbar.

Wenn ich heute an unsere Selbsthilfegruppe „Pinke Löwin“ denke, erfüllt mich das mit großer Freude. In den mehr als 30 Jahren meiner Mitgliedschaft durfte ich viele Frauen kennenlernen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Wir tauschen uns über unsere Ängste, Hoffnungen und Erfahrungen aus, geben einander Tipps und stehen uns in schwierigen Zeiten bei. Oft freuen sich die Frauen schon auf das nächste Treffen, weil sie dort Verständnis, Ermutigung und Gemeinschaft finden.

Wir treffen uns einmal im Monat. Regelmäßig werden interessante Vorträge organisiert oder gemeinsame Ausflüge unternommen, die für Abwechslung sorgen und schöne Erlebnisse schaffen. Einmal pro Quartal treffen wir uns außerdem zu einem gemeinsamen Frühstück, das von unseren Mitgliedern sehr geschätzt wird. Durch die vielen Jahre in der Gruppe sind nicht nur wertvolle Kontakte, sondern auch echte Freundschaften entstanden.

Ich wünsche jeder Frau, die mit einer ähnlichen Diagnose konfrontiert wird, viel Kraft, Zuversicht und Menschen an ihrer Seite, die sie unterstützen. Vor allem aber wünsche ich jeder Frau von Herzen Gesundheit.

Leopoldine T. – Pinke Löwin