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Erfahrungsbericht von Jasmin K.

Erfahrungsbericht

Jasmin K.

Geboren 1981, Brustkrebs im Alter von 45 Jahren diagnostiziert

Im August 2025 verbrachte ich einen wunderschönen Urlaub in Portugal. Schon am zweiten Urlaubstag bemerkte ich, dass sich meine linke Brust anders anfühlt… auch am darauffolgenden Tag spürte ich die Veränderung. Beim Abtasten gab es dann keinen Zweifel: da war deutlich ein Knoten zu spüren. Da ich erst im April davor bei der Vorsorgeuntersuchungs-Mammografie war und diese als unauffällig befundet wurde, dachte ich zuerst an eine harmlose Zyste.

Noch im Urlaub kümmerte ich mich um eine Überweisung zu einer erneuten Mammografie, ich hatte ein ungutes Gefühl und wollte die Sache abklären. Bei der Untersuchung war schnell klar, dass eine Biopsie notwendig sein würde, diese wurde dann auch bereits zwei Tage nach der Mammografie durchgeführt.

„Es tut mir leid, aber um diesen Knoten müssen wir uns dringend kümmern“ – diese Worte des Arztes bei der Befundbesprechung werden ich und mein Partner wohl nie mehr vergessen. Der eine Satz hat unser Leben, das meiner Töchter und der gesamten Familie von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt.

Mammakarzinom links, Stadium IIA, 3 von 8 axilläre Lymphknoten waren bereits befallen, hormonabhängig, HER-2-neg, Ki67 25%, im MRT waren weitere undefinierte kleine Herde verteilt in der linken Brust zu sehen.

Alles weitere ging dann sehr schnell: Mitte Oktober unterzog ich mich einer Mastektomie mit gleichzeitigem Aufbau mittels eines Expanders, die axillären Lymphknoten wurden ebenfalls entfernt. Die Verabschiedung von meiner Brust, die OP und die Erholung danach waren eine große Herausforderung. Ein Kompressionsstrumpf hat mir nach der OP geholfen das Lymphödem in der linken Hand einzudämmen (heute brauche ich keinen Strumpf mehr).

Durch den Befall der Lymphknoten war eine Chemotherapie notwendig, mein Endgegner: vor dieser hatte ich die größte Angst! Aufgrund des schnellen Wachstums des Tumors und der Tatsache mit den Lymphknoten, hätte ich mich jedoch nicht getraut diese nicht zu machen (überlegt hatte ich ehrlich gesagt schon). 20 Wochen ab Dezember: 4x EC alle 2 Wochen, 12x Paclitaxel wöchentlich.

Die ersten vier Zyklen mit dem Doppelwirkstoff waren sehr herausfordernd (extreme Übelkeit, Fieber, ich habe die halbe Woche verschlafen), die 12 weiteren habe ich zum Glück um vieles besser vertragen. Ich habe mich in dieser Zeit dazu entschlossen eine Hündin aus dem Tierheim aufzunehmen. Suki hat mir liebevoll zur Seite gestanden und mich „gezwungen“ mehrmals täglich rauszugehen – ich kam so leicht auf 10 000 Schritte täglich! Die viele Bewegung hat mir sehr geholfen: ich habe zB. keine Polyneuropathien entwickelt!

Nach der Chemo habe ich 15 Bestrahlungen verschrieben bekommen, auch hier wusste ich anfangs nicht, ob ich diese tatsächlich über mich ergehen lassen möchte. Immerhin kann es zu Folgeschäden kommen und mein Tumor war ja eigentlich entfernt. Ich habe mich dann aber dafür entschieden. Mal ehrlich: solche Entscheidungen trifft man nicht ganz allein, die sich sorgende Familie legt schnell ein Veto ein, wenn man sich gegen vorgeschlagene Therapien entscheidet – zum anderen konnte ich den Gedanken selbst nicht ertragen ein Rezidiv zu erleiden und mir dann Vorwürfe zu machen, dass ich nicht alles getan hätte, um dies zu verhindern.

Ich war stets sehr heikel auf meinen Körper: ich war sportlich, hab auf meine Ernährung und auf ausreichend Schlaf geachtet (mit Alkohol bin leider ich viel zu unbedarft umgegangen…) lange konnte ich nicht glauben, dass ich tatsächlich an Krebs erkrankt bin. Meinem Körper dann in Folge mit den Therapien so zu schaden, fiel mir ebenfalls sehr schwer. Die größte Herausforderung lag für mich in dieser ganzen Zeit darin, mich mit all meinen körperlichen Veränderungen (OP, Haarverlust) zu akzeptieren und mein großes Ziel ist es nach wie vor mich wieder in meinem Körper wohlzufühlen, mit ihm in Verbindung zu bleiben und ihm wieder zu vertrauen. Eine Gesprächstherapie hat mir sehr geholfen mit der Welle an unterschiedlichen Gefühlen wie Wut, Hilflosigkeit und Frust umgehen zu können.

Die Pinken Löwinnen haben mich sehr liebevoll in ihrer Mitte aufgenommen, ich fühle mich sehr wohl und bin dankbar für den ehrlichen und hilfreichen Austausch. Es ist gut zu wissen, dass hier Menschen sind, die ähnliche Wege gegangen sind. Egal welche Frage ich habe, irgendjemand aus der Gruppe hat dies durchgemacht und weiß mit Rat und aufbauenden Worten zu unterstützen.