
Erfahrungsbericht
Heidi S.
Heidi S. geboren 1971, Brustkrebs im Alter von 48 Jahren diagnostiziert.

Erfahrungsbericht
Heidi S. geboren 1971, Brustkrebs im Alter von 48 Jahren diagnostiziert.
Mein Weg zurück ins Leben!
Im Oktober 2019 veränderte sich mein Leben von einem Tag auf den anderen. Die Diagnose Brustkrebs traf mich unerwartet und riss mir den Boden unter den Füßen weg. Plötzlich bestand mein Alltag aus Untersuchungen, Arztgesprächen und der Angst vor dem, was kommen würde. Doch schon damals wusste ich: Aufgeben war keine Option.
Am 18. November 2019 begann meine erste Chemotherapie. Vor mir lag ein langer Weg. Insgesamt erhielt ich acht Chemobehandlungen – zweimal vier Zyklen mit zwei unterschiedlichen Medikamenten. Von November bis April kämpfte ich mich durch die Therapie. Es waren Monate voller körperlicher und seelischer Herausforderungen. Die Nebenwirkungen forderten mich jeden Tag aufs Neue heraus. Dennoch machte ich weiter, Schritt für Schritt, Behandlung für Behandlung.
Im Mai 2020 folgte die Mastektomie. Beide Brüste mussten entfernt werden, gleichzeitig wurde ein Expander eingesetzt, um den späteren Wiederaufbau vorzubereiten. Wieder stand ich vor einer großen Operation und erneut musste ich lernen, meinen veränderten Körper anzunehmen.
Doch mein Weg war noch lange nicht zu Ende. Im Jahr 2021 wurde meine rechte Brust mit Eigengewebe vom linken Innenschenkel rekonstruiert. Ein Jahr später, 2022, folgte die linke Brust mit Eigengewebe vom rechten Innenschenkel. Es wird immer gegengleich gemacht. Jede Operation bedeutete Schmerzen, Heilungszeit und Geduld. Immer wieder musste ich Kraft sammeln, um weiterzumachen. Zwischendurch gab es weitere Eingriffe. Mehrfach wurden durch Lipofilling (Eigenfettbehandlung) kleine Korrekturen vorgenommen, um die Brustform weiter aufzubauen und zu verbessern. Jede einzelne Operation war ein weiterer Schritt auf meinem langen Weg zurück zu mir selbst.
Als wäre das nicht genug gewesen, musste ich mich auch einer Unterleibsoperation stellen. Eierstock und Eileiter wurden entfernt. Wieder einmal stand ich vor einem Neuanfang und musste lernen, mit den Folgen umzugehen.
Die Chemotherapie hinterließ ihre Spuren. Sie griff meine Knochen an, und ich entwickelte Osteoporose. Mein Körper, der bereits so viel durchgemacht hatte, stellte mich erneut vor Herausforderungen. Mein Knie verschlechterte sich zunehmend, bis schließlich im Oktober 2023 eine Knieoperation notwendig wurde.
Es gab Zeiten, in denen ich nicht wusste, woher ich die Kraft nehmen sollte. Zeiten voller Schmerzen, Unsicherheit und Rückschläge. Doch immer wieder kämpfte ich mich zurück ins Leben. Immer wieder fand ich einen Grund, weiterzugehen. Schritt für Schritt, Tag für Tag.
Heute kann ich sagen: Ich bin gesund. Die Narben sind geblieben. Die Erinnerungen ebenfalls. Sie erzählen von Angst, Mut, Tränen und Hoffnung. Sie erzählen von einem Weg, der härter war, als ich es mir jemals hätte vorstellen können. Aber sie erzählen auch von Stärke, von Durchhaltevermögen und von dem unerschütterlichen Willen, niemals aufzugeben.
Krebs hat mein Leben verändert. Er hat mir vieles genommen. Aber er hat mir auch gezeigt, wie stark ich wirklich bin. Heute kämpfe ich mich nicht mehr gegen die Krankheit zurück ins Leben – heute kämpfe ich für mein Leben. Für all die Dinge, die noch vor mir liegen. Für die Menschen, die ich liebe. Für die Zukunft. Und jeden Tag, an dem ich aufstehe und nach vorne blicke, ist ein Sieg.
Unsere “Pinke Löwin-Gruppe” bedeutet für mich Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und Verständnis. Hier kann man offen über Ängste, Herausforderungen und Erfolge sprechen. Besonders wichtig ist mir das Gefühl, nicht allein zu sein und gemeinsam Kraft für den Alltag zu finden. Die gemeinsamen Unternehmungen und Aktivitäten schweißen die Gruppe zusätzlich zusammen, fördern den Austausch und schaffen schöne Momente, die Mut machen und neue Energie schenken.