
Erfahrungsbericht
Corinna S.
Geboren 1976, Brustkrebs im Alter von 45 Jahren diagnostiziert

Erfahrungsbericht
Geboren 1976, Brustkrebs im Alter von 45 Jahren diagnostiziert
Vorweg: ich war im Juni 2021 bei der routinemäßig vorgeschriebenen Mammographie. Diese zeigte keinerlei Auffälligkeiten.
Ende März 2022 ertastete ich einen ziemlich großen Knoten in meiner linken Brust als ich unter der Dusche stand. Ich machte dann schnell einen Termin beim Hausarzt und dieser schickte mich auch gleich zur Mammographie. Leider wurde tatsächlich ein auffälliger Bereich festgestellt.
Danach ging es Schlag auf Schlag: eine Woche später wurde eine Biopsie gemacht und am 2. Mai 2022 hatte ich die unfassbare Diagnose: Brustkrebs – Triple Negativ (TNBC).
Danach wurde noch ein Staging (Thorax/Abdomen CT) gemacht und am 11. Mai 2022 erhielt ich schon die 1. Chemotherapie. Am 24.5.2022 bekam ich dann noch einen Port-a-Kath eingesetzt.
Insgesamt bekam ich 16 Chemotherapien, die ich alle super vertragen hab. Zusätzlich gab es noch alle 3 Wochen die Immuntherapie (Pembrolizumab) für ein Jahr.
Ich hatte wie durch ein Wunder so gut wie keine Nebenwirkungen (außer natürlich Haarverlust, trockene Schleimhäute, ein bisschen Polyneuropathie und ziemlich hässliche Fingernägel) und musste nicht mal in den Krankenstand.
Danach gings im Oktober 2022 nahtlos zur brusterhaltenden Operation. Das Ergebnis lautet: TUMORFREI!!!
Danach hat sich im Dezember mein Port leider ziemlich schlimm entzündet und wurde mir daher entfernt.
Ab 14. Dezember 2022 bis 10. Jänner 2023 fuhr ich dann 18-mal zur Strahlentherapie nach Krems. Das hat super funktioniert und alles war top durchorganisiert.
Im Mai 2023 bin ich dann leider aufgrund heftiger Nebenwirkungen der Immuntherapie im Krankenhaus gelandet. Ich hatte so starken Durchfall, dass ich beinahe nicht mehr imstande war, die Notaufnahme zu Fuß zu betreten. Es wurde sich aber sofort um mich gekümmert und ich bekam die nächsten Tage unfassbare Mengen an Infusionen und Cortison.
Nach ca. 3 Wochen im Krankenstand hat sich mein Körper dann wieder erholt und ich war wieder hergestellt.
Ich wollte bewusst keine psychoonkologische Betreuung, somit hatte ich auch nur einmal ein Gespräch mit der Breast Care Nurse. Nachdem ich meine Krankheit akzeptiert hatte, hatte ich auch meinen eigenen Kampfmodus aktiviert. Und es funktionierte – Gott sei Dank.
Erst nach Beendigung der Chemotherapie wurde ich auf den Verein der Pinken Löwin aufmerksam. Ich besuchte dann im Oktober ein Gruppentreffen. Ich habe mich gleich gut aufgehoben gefühlt und besuchte dann die Treffen (Vorträge, Weihnachtsfeier, Faschingsfeier, Gruppenausflug, gemeinsames Frühstück, usw.) gerne und regelmäßig.
Mein Highlight ist noch immer die Einladung zum Dancer against Cancer Ball in der Hofburg. Hier durften wir ein bisschen „Promi-Luft“ schnuppern und konnten einen wirklich tollen Ballabend genießen. Als Tupferl auf dem i bekam unser Verein auch einen Preis überreicht – was für ein Erfolg.
Ich kann unseren Verein nur jeder betroffenen Person ans Herz legen. Wir hören gerne zu, wenn es wo zwickt und haben auch den einen oder anderen Insider Tipp zu vergeben. Wir reden aber auch gerne über Dies und Das und über unseren normalen Alltag. Wir sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen, die alle die gleiche Krankheit haben bzw. hatten. Das verbindet ungemein.